Samstag, 18. November 2017

Der verbotene Liebsbrief // Lucinda Riley


Der verbotene Liebesbrief

erschienen am 18.09.2017 - Goldmann - 10,99€ - 704 Seiten - ISBN: 978-3-4424-8406-5 - übersetzt von Ursula Wulfekamp

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Inhalt

Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, trauert das ganze Land.
 Die junge Journalistin Joanna Haslam soll in der Presse von dem großen Ereignis berichten und wohnt der Trauerfeier bei. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, einen Umschlag mit alten Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joannas Neugier ist geweckt, und sie beginnt zu recherchieren. 
 Noch kann sie nicht ahnen, dass sie sich damit auf eine Mission begibt, die nicht nur äußerst gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann ... 


Meine Meinung

"Der verbotene Liebesbrief" wurde mir freundlicherweise vom Goldmann-Verlag und dem Bloggerportal als Rezensionsexemplar zugeschickt. 



Schon eine ganze Weile bin ich in den Buchhandlungen immer um die Bücher von Lucinda Riley rumgeschlichen, war mir aber unsicher, mit welchem der Bücher ich anfangen sollte, da viele Teile einer Reihe sind und ich mich da nie zurechtgefunden habe. "Der verbotene Liebesbrief" war also mein erstes Buch der Autorin und ich bin mit hohen Erwartungen an den Roman hingegangen. Die Meinungen, die ich bisher über Lucinda Rileys Bücher gehört habe, waren überwiegend positiv, daher hatte ich natürlich gehofft, dass sie auch mich überzeugen konnte - und das hat sie auch geschafft. 

An und für sich muss ich sagen, dass ich sehr gut in das Buch und die Geschichte reingekommen bin. Es ging gleich spannend und interessant los, durch die ersten zweihundert Seiten hindurch war ich richtig begeistert. Die Protagonistin Joana, aus deren Perspektive zu Beginn erzählt wurde, war mir sehr sympathisch, was den Einstieg sicherlich auch erleichtert hatte. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weiterging und war auf einmal dann schon mittendrin, obwohl ich ursprünglich nur kurz reinlesen wollte. 
Was ich sehr cool fand, war, dass einige Dinge, die ich von Anfang an geahnt hatte, tatsächlich eingetreten waren. Dadurch wurde das Buch nicht langweiliger, sondern zog mich umso mehr in seinen Bann, da ich unbedingt erfahren wollte, wie es weiterging. 
Der Spannungsaspekt hat mir an "Der verbotene Liebesbrief" allgemein sehr gut gefallen. Ich bin zunächst davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Liebesroman handeln würde, und obwohl auch einige Romanzen erzählt wurden, konzentrierte sich die Handlung doch hauptsächlich auf das Rätsel rund um den Liebesbrief und die Geschichte von Sir James Harrison, was dahinter steckte und auch, wie sich das auf die Gegenwart auswirkte. 

Trotz seiner Länge ließ sich das Buch sehr angenehm und flüssig lesen, sodass es nie zu zäh wurde. Lediglich ein paar Mal hatte ich persönlich das Gefühl, dass manche Dinge zu schnell abgehandelt wurden, während wieder andere Sachen etwas mehr Aufmerksamkeit bekamen, als nötig gewesen wäre. Wirklich gestört hat mich das aber nicht. Vor Allem die Romanzen waren teilweise etwas übereilt, auch wenn die Charaktere das selbst so gesehen haben. Da das Buch aber doch einen etwas größeren Zeitraum behandelte, kam mir das vielleicht auch nur so vor und tat der Story an sich jedenfalls keinen Abbruch. 
Auch gegen Ende ließ die Spannung nicht nach; das hatte ich - zugegebenermaßen - nicht unbedingt erwartet, doch es gab immer wieder viele Wendungen, die ich nicht hatte kommen sehen. Die Spannungsmomente am Ende der Kapitel waren definitiv auch immer sehr gut und haben den Lesefluss vorangetrieben. Es gab auch ein paar Szenen, die den Leser etwas im Dunkeln darüber gelassen hatten, was gerade eigentlich passiert war, was ich absolut genial fand. Ich saß wirklich da und dachte mir "ist das gerade wirklich so passiert?!", nur um dann ein paar Seiten weiter zu erfahren, was tatsächlich geschehen ist - echt genial gemacht. 

Allerdings gab es auch ein paar Aspekte, die mir nicht so gut gefallen haben. Zum Einen fand ich die Vielzahl der Personen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, nicht ideal. Einerseits war mir von den Protagonisten nicht jeder sympathisch, auch die nicht, die sicherlich Sympathieträger hätten sein sollen. Natürlich hat man so mehr über die Geschichte erfahren, was an sich nicht negativ war, sondern viel dazu beitrug, dass die Story spannender wurde, da man teilweise mehr wusste als die einzelnen Personen selbst und auch immer geraten hatte, wie es weitergehen würde. Aber es wurde immer schwieriger, den auch sehr abrupten Perspektivenwechseln zu folgen, da teilweise vom einen Satz auf den anderen gewechselt wurde. Joana war nach wie vor meine Lieblingsprotagonistin, wobei ich beispielsweise auch Marcus und Zoe sehr gerne mochte. 
Zum Anderen waren die Konversationen manchmal etwas platt. Es war eindeutig, dass gewisse Unterhaltungen nur geführt wurden, um ein bestimmtes Ereignis einzuleiten oder darauf hinzuführen. Auch wirkten die Wendungen innerhalb der Gespräche stellenweise sehr erzwungen und zu sprunghaft - gerade unterhielt man sich noch über das Eine, und dann ging es plötzlich, ohne vorherige Andeutungen oder Gründe, um etwas völlig Anderes. Manche Ausdrucksweisen, beispielsweise "Oh Gott!", wurden auch sehr oft wiederholt, zwar in einem passenden Kontext, aber irgendwann war es einfach ein bisschen viel.

"Der verbotene Liebesbrief" hat mir gut gefallen und ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, noch mehr Bücher von Lucinda Riley zu lesen. Zu Beginn konnte mich das Buch absolut begeistern, gegen Ende wurde es dann aber etwas schwächer, nicht, weil es nicht mehr spannend war, sondern eher, weil man immer wieder auf etwas gestoßen wurde, das sich dann doch als falsch herausstellte.
Von der kompletten Auflösung am Ende war ich dann so ein klein wenig enttäuscht, da sie etwas hastig und übereilt wirkte und wirklich auch erst auf den letzten Drücker kam, aber es gab noch ein paar andere Geschehnisse, die das komplett wieder aufgewogen hatten. 
Insgesamt hat Lucinda Riley es geschafft, einen überzeugenden Einzelband aus einer Geschichte zu machen, die mehrere Bände hätte füllen können. Dann wären sicher auch einige Mängel beseitigt worden, z.B. die sehr zielführenden Konversationen oder das etwas übereilte Ende. 
Deshalb vergebe ich vier Sterne für "Der verbotene Liebesbrief" von Lucinda Riley. 

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